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Sekundarschule Bethel

Gemeinsamer Unterricht

Gemeinschaft verwirklichen

Die Vision der v.Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel beinhaltet die Vorstellung, dass ein selbstverständliches Zusammenleben, ein gemeinsames Lernen und Arbeiten aller Menschen in ihrer Verschiedenheit möglich und erstrebenswert ist. „Gemeinschaft verwirklichen“ bedeutet, dass „mehr oder weniger gesunde, mehr oder weniger behinderte, mehr oder weniger leistungsfähige, jüngere und ältere Menschen, Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und religiöser Prägung (…) als Bürgerinnen und Bürger mit gleichen Rechten und Chancen in der Gesellschaft leben.“ Bezogen auf Bildung und Ausbildung konkretisiert sich diese Vision in folgendem Leitziel:
„Alle Menschen haben das Recht, eine Schule mit individueller Förderung zu besuchen und einen angemessenen Beruf zu erlernen. Jeder Mensch hat sein eigenes Lerntempo. Deshalb müssen Wünsche und Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden. Ein Leben lang müssen Lernen und der Zugang zu Bildung für alle ohne Schwierigkeiten möglich sein.“

Wir stehen hinter dieser Idee und leiten daraus das Vorhaben „Gemeinsamer Unterricht“ ab, das Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf als eine positive Erweiterung der Heterogenität versteht und das Unterrichts- und Schulleben auf die individuellen Förderbedarfe aller Schülerinnen und Schüler ausrichtet. Durch die gleichberechtigte Kooperation zwischen Sonderpädagogen/-innen und Lehrkräften der Allgemeinen Schule wird dieser Heterogenität Rechnung getragen, so dass sich eine Förder- und Forderstruktur entwickeln kann, die auf alle Schülerinnen und Schüler ausgerichtet ist.

Ausgehend von diesen Leitlinien richten die Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen seit dem Schuljahr 2008/09 jährlich eine Klasse ein, in der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ihren Fähigkeiten entsprechend gemeinsam lernen und somit unterschiedliche Bildungsabschlüsse erreichen können.

Die Klasse setzt sich aus 20 Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf und aus 5 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen, die sowohl zielgleich als auch zieldifferent unterrichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf haben Schulformempfehlungen für das Gymnasium, die Realschule oder die Hauptschule.

Der Unterricht wird durch zwei Lehrer/-innen didaktisch-methodisch so gestaltet (z.B. Projektunterricht, Wochenplan, verschiedene Differenzierungsangebote) und begleitet, dass die Schülerinnen und Schüler den verschiedenen Anforderungen der Bildungswege gewachsen sind.

Die Lehrerteams der GU-Klassen treffen sich regelmäßig, um über die Förderung aller Schülerinnen und Schüler zu beraten. Sie entwickeln gemeinsam Unterrichtsreihen, bei denen individuell und eigenständig am gemeinsamen Gegenstand gelernt werden kann.
In der Arbeitsgemeinschaft „Gemeinsamer Unterricht“ arbeiten Kolleginnen und Kollegen an der Weiterentwicklung des Gemeinsamen Unterrichts, sie evaluieren das Erreichte und bilden sich regelmäßig fort.

Die Stundentafel der Klasse richtet sich nach den Rahmenvorgaben der Sekundarschule, d.h. Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache werden durchgängig vierstündig unterrichtet, alle anderen Fächer in der Regel zweistündig. Die an unseren Schulen für die 5. Klassen eingeführte Klassenleiterstunde wird in dieser Klasse auch in der 6. Jahrgangsstufe fortgesetzt.
Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung haben anstelle der 2. Fremdsprache das Fach Lebenspraxis. Die Gesamtwochenstundenzahl beträgt in der 5. Klasse 33 Stunden.

Wahlmöglichkeiten

Für die Projektzeit, Wahl der 2. Fremdsprache ab der 6.Klasse und für den Wahlpflichtbereich der Sekundarschule ab Klasse 6 bzw. 7 stehen allen Schülerinnen und Schülern der GU-Klasse die Angebote der Schule offen.
Sie nehmen in diesen Fächern am Unterricht der „Regelklassen“ der Sekundarschule teil. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die nicht nach den Richtlinien der Realschule bzw. des Gymnasiums unterrichtet werden, nehmen parallel an dem Kursangebot „Lebenspraxis“ teil.

Anmeldung

Die Anmeldungen für den Gemeinsamen Unterricht erfolgen für Kinder mit und ohne Förderbedarf zu den gleichen Terminen und Kriterien wie für alle anderen Viertklässler, die sich bei uns bewerben. Die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in enger Abstimmung mit den anderen Bielefelder Schulen, an denen Gemeinsames Lernen stattfindet, aufgenommen. Eltern, die sich für ihr Kind mit einem festgestellten Förderbedarf im Übergangsgutachten der Grundschule einen Platz im Gemeinsamen Unterricht der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen wünschen, stellen sich nach den Herbstferien in einem persönlichen Gespräch vor; die Terminvergabe erfolgt über das Sekretariat der Sekundarschule.

Ihre Ansprechpartnerin:

Ute Soldan

ute.soldan@fvbschulen.de